Was ist Brandmalerei

Die Brandmalerei ist eine uralte Technik. Bereits vor Jahrtausenden wurden im alten Ägypten Holz und Leder mit Brandmotiven verziert. Heute erlebt die Brandmalerei als kreatives Hobby ein einzigartiges Revival. Wir führen dich in das Thema Pyrographie ein und helfen dir bei deinen ersten Schritten in diese faszinierende kreative Technik.

Der Fachbegriff für Brandmalerei lautet Pyrographie und ist aus den griechischen Wörtern piros = Feuer und graphos = Schrift abgeleitet. Brandmalerei ist eine traditionelle Kunstform bei der Materialien wie Holz, Leder oder Kork durch eine erhitzte Metallspitze an ihrer Oberfläche verbrannt werden. Dabei entstehen dunkle Färbungen des Materials, die Brandspuren. In ihrer Gesamtheit ergeben diese Brandmale die gewünschte Verzierung.

Die erste Feuerkunst dieser Art wurde im alten Ägypten und Afrika ausgeübt. Man bediente sich einfacher im Feuer erhitzter Metallstücke um Holz oder Leder mit Kunstwerken und Schriften zu verschönern. Mit dem Einzug der Elektrizität und der Erfindung des ersten Lötkolbens, durch Hans Sachs, ersetzte dieser die im Feuer erhitzte Metallspitze. Nicht lange danach entwickelte die Industrie spezielle Geräte für die Pyrographie, die sogenannten Brandmalkolben. Seit einigen Jahren gibt es eine große Auswahl unterschiedlichster Brandmalutensilien, die sich mit Temperaturregulierungen und wechselbaren Brennschleifen (Metallspitzen) an die verschiedensten Bedürfnisse anpassen können.

Benötigtes Werkzeug und Material

Die Ausstattung, die für die Brandmalerei benötigt wird ist recht überschaubar und außerdem in guter Qualität zu recht moderaten Preisen zu erwerben. Im Grunde genommen benötigt man fürs Erste nur einen Brandmalkolben und ein paar Brennschleifen. Letztere sind in den meisten Brandmal-Sets bereits enthalten.

Brandmalkolben oder Brennstift:

Prinzipiell ist es mögliche einfache Motive mit einem normalen Lötkolben zu erstellen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch sehr stark eingeschränkt. Deutlich Vielseitiger wird die Arbeit mit einem speziellen Brandmalkolben. Bei einem Brandmalkolben lässt sich die Spitze, auch Brennschleife oder Formspitze genannt, austauschen. So können unterschiedlichste Brandmale und Effekte erzeugt werden.

Höherwertige Brandmalkolben-Modelle lassen sich in der Brenntemperatur regeln und somit auf die unterschiedlichen Untergründe anpassen. Die Regulierung der Temperatur kann durch ein Drehrad direkt am Stift  erfolgen, diese Modelle nennt man auch Brennstift. Erfolgt die Regulation über einen Trafo, spricht man von der sogenannten Brennstation.

Der größte Unterschied zwischen Brennstift und Brennstation liegt in der maximal erreichbaren Temperatur. Brennstationen ermöglichen höhere Arbeitstemperaturen und sind somit vielseitiger einsetzbar.

 

Halterung

Sehr nützlich ist eine Halterung für den Brandmalkolben. Dieser ist aus feuerfestem Material und dient dazu, den Brennstift während der Arbeit sicher ablegen zu können, ohne die Arbeitsplatte zu beschädigen oder ein Hinunterfallen zu riskieren.

Brennschleifen

Ob Brennschleife (einfach gesagt ein geformter fester Draht) oder eine Formspitze (ein fester Metallkopf bestimmter Form) benutzt wird hängt von dem Brandmalkolben ab. Um die unterschiedlichsten Brandmale zu erzielen sollte man ein Set an verschiedenen Brennschleifen oder Formspitzen parat haben. Die Auswahl reicht von spitzen, dünnen, Spitzen über gebogene, runde und breite Brennschleifen.

Weitere Werkzeuge und Materialien

Außer dem Brandmalkolben und den verschiedenen Brennschleifen benötigt man einen Schraubendreher und eine Drahtbürste. Der Schraubendreher wird für das Wechseln der Brennschleifen eingesetzt. Die Drahtbürste dient als Reinigungsbürste für die Brennschleife. Soll die Brandmalerei auf Holz erfolgen wird zusätzlich ein Schleifgerät zur Vorbereitung des Untergrundes benötigt. Um das fertige Kunstwerk vor Umwelteinflüssen zu schützen sollte man es mit Öl, Lack oder Wachs schützen. Zu bevorzugen ist ein natürliches Holzöl oder Leinöl, welches ideal vor Feuchtigkeit und Schmutz schützt.

Utensilien für die Skizze

  • Bleistift, Radiergummi, Lineal und Zirkel sollten bereit liegen um eine eigene Skizze auf den zu bearbeitenden Untergrund zu bringen.
  • Auch Kohle oder Blaupapier zum abpausen einer ausgedruckten Vorlage oder eine vorgefertigte Schablone können nützliche Helfer sein
  • Ein Exzenterschleifer mit Schleifpapieren unterschiedlicher Körnung erleichtert die Vor- und Nachbearbeitung der Werkstücke enorm.

Zubehör für ambitionierte Hobbykünstler und Profis

  • Beschäftigt man sich länger und intensiv mit der Brandmalerei können weitere Anschaffungen erforderlich werden.
  • So ist ein Gasbrenner sehr praktisch für das Aufbringen größerer Schattierungen.
  • Ein Multifunktionswerkzeug mit unterschiedlichen Aufsätzen zum Schleifen und Fräsen eignet sich hervorragend um feine Details in einem Motiv auszuarbeiten.

Der Start in die Brandmalerei: Grundlagen

Sicherheit an erster Stelle

Das Hobby der Brandmalerei ist durchaus mit gewissen gesundheitlichen Risiken verbunden. Nicht nur, dass die am Brandmalkolben erreichten Temperaturen von bis zu 1000°C, bei unsachgemäßer Handhabung oder Unachtsamkeit zu wirklich schmerzhaften Verbrennungen führen können. Die Arbeit des Brandmalens geht auch grundsätzlich mit einer Rauchentwicklung einher. Dieser Rauch enthält Kohlenstoff. Befinden sich Harze, Pilze oder chemische Verunreinigungen im Holz können zusätzlich gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen. Ist man solchen Dämpfen regelmäßig und intensiv ausgesetzt, können Erkrankungen der oberen Atemwege und der Lunge, sowie Hirnschädigungen die Folge sein.

Deshalb ist es wichtig gewisse Schutzmaßnahmen zu ergreifen:

  • Pyrographie sollte nur in sehr gut gelüfteten Räume ausgeführt werden
  • Für größere und längere Arbeiten ist eine Absauganlage oder das Tragen einer Atemschutzmaske ratsam
  • Die Arbeit sollte auf einer feuerfesten Unterlage erfolgen
  • Ebenfalls sollte eine feuerfeste Ablagemöglichkeit für den Brandmalkolben vorhanden sein, auf der der Kolben stabil und sicher abgelegt werden kann
  • Das zu bearbeitende Material sollte unbehandelt, sauber und frei von Klebstoff sein
  • Das Tragen einer Schutzmaske und- brille ist angeraten
  • Der Brandmalkolben sollte niemals unbeaufsichtigt am Stromnetz verbleiben, er könnte einen Brand auslösen
  • Die Brennschleife darf niemals berührt werden, auch nicht um zu testen ob sie schon heiss ist
  • Vor dem Wechsel der Brennschleife sollte sie gut abkühlen um Verbrennungen zu vermeiden
  • Plastik oder Kunststoff ist für die Brandmalerei absolut ungeeignet, bei der Verbrennung dieser Stoffe entstehen giftige Dämpfe
  • Achte bei der Arbeit auf eine gute Sitzposition um Rückenbeschwerden zu vermeiden
  • Kinder sollten niemals ohne Aufsicht das Hobby des Brandmalens ausüben!

Welche Spitzen eignen sich für die Brandmalerei? – Eine kleine Brennschleifen-Kunde

Brennschleifen oder Formspitzen sind die wechselbaren Brennköpfe des Brandmalkolbens. Dabei besitzen Brennstifte meistens Formspitzen und Brennstationen in den meisten Fällen Brennschleifen. Brennschleifen, wie auch Formspitzen, sind in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich und erzeugen verschiedenste Brandmale.

Klassische Brennschleifen

  • Dünne, spitze Brennschleifen: sie werden zum Zeichnen von Konturen und Feinheiten benutzt.
  • Gebogene Brennschleifen: diese Form ermöglicht das Zeichnen von weichen Übergängen und die Bearbeitung großer Flächen
  • Abgeflachte, runde Brennspitzen: sie sind die Allrounder und eignen sich je nach Haltung für feine Linien und dichte Flächen
  • Abgeflachte, breite Brennspitze: sie ist für feine, dünne Linien und Schattierungen vorgesehen

Formspitzen

Die vielen verschiedenen Formen der Formspitzen sind meist als Set erhältlich. Die erzeugten Brandmale sind vergleichbar mit den Brennschleifen. Runde Spitzen sind Allrounder, flache für Schattierungen und spitze für Konturen. Darüber hinaus sind inzwischen auch Musterstempel erhältlich. Mit diesen kann ein kleines Motiv auf das Holz gebrannt werden. Beliebte Musterstempel sind Herzen, Stern oder kleine Figuren.

Manche Hersteller haben auch fertige Buchstaben als Brennspitzen im Sortiment mit denen ganz leicht Namen oder Zitate gebrannt werden können.

 

Geeignete Werkstoffe für die Pyrographie

Das klassische Material für die Brandmalerei ist Holz. Damit sollte auch jeder Anfänger seine ersten Versuche unternehmen. Dabei ist helles, wenig gemasertes und weiches Holz, dem  harten, dunklen Holz vorzuziehen. Hat man bereits etwas Übung in der Pyrographie kann man sich auch an Leder, Kork oder sogar Papier wagen und es mit Brandpuren verzieren. Bei der Bearbeitung von Leder sollte man auf pflanzlich gegerbtes Leder zurückgreifen. Bei chemisch bearbeitetem Leder können durch das Verbrennen gesundheitsschädliche Gase entstehen.

Die richtige Haltung

Ein Brandmalkolben wird wie ein Stift gehalten, also locker zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke bei der Arbeit nicht zu stark mit der Brennschleife auf, sie könnte sonst beschädigt werden. Ist das Holz gut vorbereitet gleitet die Brennschleife auch ohne Druck mühelos darüber.

Experimentieren ist wichtig

Probiere alle Brennschleifen auf einem Stück günstigem Sperrholz aus. Nur so bekommst du ein Gefühl, welche Brandmale mit welcher Brennschleife möglich sind. Als nächstes gilt es die Wirkung der verschiedenen Temperaturen zu probieren.  Niedrige Temperaturen erzeugen eher helle, hohe Temperaturen dunkle Brandmalereien. Die Temperatur sollte auf das Holz angepasst werden. Entstehen bei der Arbeit zu schnell sehr dunkle Brandspuren und entwickelt sich dazu noch starker Rauch, muss die Temperatur verringert werden. Hinterlässt die Brennschleife hingegen kaum Brandspuren reicht die Temperatur für dieses Holz noch nicht aus.

Das eigentliche Brandmalen

Bei der Pyrographie arbeitet man sich Schicht für Schicht zum fertigen Motiv: zuerst der Hintergrund, dann der Vordergrund, und jeweils immer erst die hellen Bereiche, dann die dunklen. Das Ziehen langer Linien ist eher schwierig und sollte vermieden werden. Meist bleibt man irgendwo am Holz hängen und es entstehen unschöne, dunkle Punkte. Besser ist es von oben nach unten in Etappen zu arbeiten. Kleine Missgeschicke können oft mit Schleifpapier behoben werden.

Tipps und Tricks

Das Arbeiten mit niedrigen Temperaturen ist zu bevorzugen. Der Grund liegt darin, das so entstandene helle Brandspuren leichter korrigiert werden können, als sehr dunkle Spuren. Außerdem kann man helle Linien immer noch dunkler nachziehen, dunkle Spuren aber kaum heller machen.